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BeGyS

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BeGyS

Was versteckt sich hinter dieser Abkürzung? Was begründet sie?

"Begabtenförderung am Gymnasium mit Verkürzung der Schulzeit", so das Projekt des Ministeriums, gibt es seit dem Schuljahr 1997/1998. Das GGG zählt zu
dem damals "erlauchten Kreis von sieben Schulen in Rheinland-Pfalz"*, die eine BeGyS-Klasse bilden durften (damals 24 Schülerinnen und Schüler). Dieses
Projekt des Ministeriums hatte eine lange Vorlaufzeit absolviert: Von 1985 bis 1996 lief in Rheinland-Pfalz ein Modellversuch, bei dem sechs Gymnasien vier
unterschiedliche Fördersysteme erprobten. Die Ergebnisse stießen in anderen Bundesländern auf großes Interesse (-> G8!). Von den insgesamt vier Varianten
des damaligen Modellversuchs, der durch eine wissenschaftliche Begleitstudie dokumentiert wurde und dessen überwiegend positiven Ergebnisse in dieser Begleitstudie** nachzulesen sind, hat sich das Modell, wie es am GGG seit dem Schuljahr 1997/1998 angeboten wird, am besten bewährt. Das für die
Schulen zuständige Ministerium in Mainz sieht in diesem Modell u.a. deswegen eine Förderung, weil die Studie durch Befragung ehemaliger Projektklassen-
schüler/innen belegt, dass BeGyS weniger "als Verlust eines Jugendjahres" empfunden, sondern eher als Wettbewerbsvorteil aus berufsbezogener und arbeits-
marktorientierter Sicht erkannt und akzeptiert wird. (ibid., Bd.II, S.92f.)
Auch wurden Untersuchungen zur Intelligenzentwicklung durchgeführt. Hierbei nahmen alle Schüler/Innen der damaligen Projektklassen 1993 bis 1997 zu vier
jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten an einer CFT-Erhebung teil, die folgende Ergebnisse zeigte: "Der Mittelwert der altersnormierten CFT-Werte liegt im Mai
beziehungsweise Juni 1995 bei 115,9 und im Oktober beziehungsweise November 1996 bei 122,1, der Unterschied ist statistisch bedeutsam. Die Zuwächse betragen auch hier im Mittel etwa 6 IQ-Punkte und sind normalverteilt, sie unterscheiden sich nicht zwischen Lernenden aus allen Projektklassen und allen Regelklassen." (ibid., Bd.II, S.86-87) Diese Testung wurde noch weitere Male - zuletzt im September 1997 - wiederholt, und die Ergebnisse stützten ein-
deutig das o.a. Resultat.
_______________

  * "24 Schüler schenken sich neunte Klasse", Artikel in: Die Rheinpfalz, 9/1997
** Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung Rheinland Pfalz - Schulversuche und Bildungsforschung  -
    Berichte und Materialien, hier:
Entwicklung und Erprobung von Modellen der Begabtenförderung am Gymnasium mit Verkürzung  der
    Schulzeit. -
v. Hase & Koehler Verlag, Mainz 1997 (Band 1) und 1998 (Band 2)
_______________

Was kennzeichnet das Verhältnis von Regelklassen- und Projektklassenschülerinnen und -schülern?

Befragt man Schüler/Innen aus beiden Lerngruppen, so stellt man ein eher entspanntes Verhältnis zueinander fest. Altersbedingte Hänseleien ("du Streber",
o.ä.) kommen immer wieder vor, aber auch die Bemerkung "Wenn du daran teilnimmst, bin ich dein(e) Freund(in) nicht mehr" kann vorübergehende Zweifel
bei Ihrem Kind hervorrufen. Solche eher von Eifersuchtsgefühlen geprägten Bemerkungen ebben jedoch im Laufe der Zeit ab, ja treten nur noch sporadisch
in Erscheinung. Wie wir aus "Berichten" von Schülerinnen und Schülern immer wieder entnehmen können, spielen sich in manchen Klassen außerhalb unserer Schule gegenüber denjenigen, die eine BeGyS-Empfehlung erhielten, auch weniger schöne Angriffe ab, indem man Druck aufbaut anstatt sich für die Freundin oder den Freund zu freuen... Wir bitten daher alle Beteiligten um faires tolerantes Verhalten; schließlich macht BeGyS keine Freundschaft zunichte, es sei denn man lässt es zu; BeGyS nimmt auch niemandem etwas von seinen Bildungschancen; im Gegenteil: BeGyS eröffnet lt. Analyse der Begleitstudie Schülerinnen und Schülern, die ihre Gymnasialzeit in den Regelklassen absolvieren und bisher wegen der sehr starken und dominanten Schülerinnen und Schüler eher zurückhaltend und weniger selbstbewusst waren, neue Entfaltungsmöglichkeiten...
BeGyS-Schüler/Innen haben genauso wie Regelklassen-Schüler/Innen ihr eigenes soziales Umfeld: persönliche Freundinnen und Freunde, ihre Sportvereine, ihr
musisches oder/und musikalisches Umfeld, ihre Familie(n), etc. Warum also sollte sich irgendjemand wegen BeGyS sozial ausgegrenzt fühlen? Viele uns bekann-
te Schüler/Innen haben ganz enge Freundschaften mit Realschülerinnen und -schülern. Für unsere Schüler/Innen ist BeGyS i.d.R. weniger ein Problem, wenn es nicht zu dem Problem gemacht wird, gleich von welcher Seite.
So berichten Schüler/Innen aus Regelklassen und BeGyS-Klassen auch von einem völlig unproblematischen Umgang miteinander, wenn sie gemeinsamen Unter-
richt in ihren bilingualen Fächern GEN bzw. HENoder gemeinsam Unterricht in Religion und Sport haben. Auch dies ist ein weiterer Beleg für einen natürlichen wertungsfreien Umgang miteinander. Dass man sich auch einmal gegenseitig "aufzieht", ist nur allzu menschlich und in Sonderheit in der Mittelstufe dem Phänomen Pubertät geschuldet und sollte auf
keinen Fall überbewertet werden, egal von welcher Gruppierung die Ironie kommt.
Für die MSS (Jahrgangsstufen 11-13) fasst die o.a. wissenschaftliche Begleitstudie folgende Merkmale für die Beziehung(en) zwischen ehemaligen Regel-klassen- und Projektklassenschülerinnen und -schülern so zusammen:

  • Beide beurteilen rückblickend das Klassenklima und aktuell das Kursklima positiv. (ibid., Bd.II, S.121)
  • Hinsichtlich der Einschätzung des Ausmaßes an Zufriedenheit/Unzufriedenheit mit der bisherigen Gymnasialzeit "... zeigen sich keine signifikanten Unterschiede." (ibid., Bd.II, S.121)
  • Hinsichtlich der untersuchten Leistungsmerkmale zeigt sich, dass ehemalige BeGyS-Mitglieder sich zwar konzentrationsfähiger und beharrlicher zeigen,     jedoch bescheinigen sich beide Gruppierungen in ihrer Selbsteinschätzung und Eigenwahrnehmung "... weitgehend übereinstimmend eher gute Gedächtnisleistungen und Konzentrationsfähigkeit, ausgeprägten Durchhaltewillen ..." (ibid., Bd.II, S.121)
  • Die Analysen zu Fremd- und Eigenbildern unterstreichen folgendes: "Während Projektklassenlernende ... Vorteile bei systemkonformen Eigenschaften wie Intelligenz, Begabung, Fleiß und Anstrengung sehen, verlagern sich Regelklassenlernende beim Vergleich auf kreative und sympathische Eigenschaften, wobei sie sich allerdings nicht als weniger intelligent betrachten." (ibid., Bd.II, S.122)
  • Die Analysen zum Freizeitverhalten zeigen, "... dass die antizipierten Befürchtungen seitens der Eltern- und Schülerschaft unberechtigt sind ... Projektklassenschülerinnen und -schüler müssen anscheinend keine Einschränkungen in Hinsicht auf ihr Freizeitverhalten hinnehmen..." (ibid.,Bd.II, S.123)
  • Diese Analyse-Ergebnisse werden immer wieder von unseren BeGyS-Schülerinnen und -schülern bei der Informationsveranstaltung für die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen ausdrücklich betont.
  • "Das besondere Lernklima in den Projektklassen und die sich daraus ergebende gezielte Förderung des vorhandenen Intelligenzpotentials
    äußert sich für Mädchen in einem Mittelwertsunterschied des CFT-Wertes von beachtlichen 16,1 IQ-Punkten zwischen Regel- und Projektklassenmitgliedern, für die Jungen beträgt die Differenz 10,7 IQ-Punkte." (ibid., Bd.II, S.124-125)
  • "In der MSS zeigt sich rückblickend, dass die Differenzierung in Regel- und Projektklassen keine gravierenden Spuren hinterlassen hat, weder mit Blick auf die Interaktion der Lernenden noch auf die Verfügung über den Unterrichtsstoff der Mittelstufe... Die Interaktion in der MSS ist von Normalität getragen, die ehemalige Zugehörigkeit zu einer Regel-oder Projektklasse ist ohne Relevanz... Man begegnet sich recht schnell entspannt, zunehmend unvoreingenommen und verliert rasch aus den Augen, wer aus welchem Klassentyp gekommen ist." (ibid., Bd.II, S.125)
  • "In inhaltlicher Hinsicht werden wechselseitig keine gravierenden Lücken ausgemacht. Und wenn, dann trifft dies in dem einen Schulfach auf ehemalige Regelklassenlernende, in einem anderen Fach auf die aus ehemaligen Projektklassen zu. Darüber hinaus nehmen beide Gruppierungen differenziert zu Wiederholungen im Unterricht Stellung: Permanente Wiederholungen langweilen. Punktuelle und gut begründbare Wiederholungen sind von diesem Negativurteil ausgeschlossen..." (ibid., Bd.II, S.125-126)
  • Hier sei unsererseits ergänzt, dass BeGyS-Schüler/Innen - der Natur sei Dank !!! - selbstverständlich auch ihre Pubertät haben (müssen und dürfen). Also wird man auch von ihnen nicht Hochleistung ohne Gnade erwarten, wenn diese Phase beginnt. Das regelt sich mit der Zeit wie in einer Regelklasse, schließlich handelt es sich bei BeGyS-Schülerinnen und -schülern nicht um Kandidaten für die Studienstiftung des Deutschen Volkes.
  • Generell lässt sich folgendes sagen: BeGyS "... stellt ein Förderprogramm dar, das einem Teil der Gymnasialpopulation die Chance bietet, ihre Leistungsstärke und ihren Leistungswillen ins Spiel zu bringen und ihren Interessen an Fachinhalten nachzugehen, ohne dafür von den weniger Lernstarken stigmatisiert und marginalisiert zu werden. Die Lernfähigen und -willigen begrüßen den Modellversuch unter diesem Gesichtspunkt als einen institutionell abgesicherten Rahmen zur unbehinderten Freisetzung und Umsetzung ihres Leistungspotentials. (ibid., Bd.II, S.128)

Was sagt die Neufassung der ÜSchO vom 30.06.2009 zur Projektklasse an Gymnasien?

§ 42, Projektklassen zur Begabtenförderung an Gymnasien (BeGyS), lautet:

"Die an Gymnasien ab Klassenstufe 7 eingerichteten Projektklassen fördern besonders leistungsfähige und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler. Diese überspringen im Klassenverband die Klassenstufe 9 und durchlaufen die Sekundarstufe I um ein Jahr schneller."

§ 43, Aufnahme und Verbleib in der Projektklasse, lautet:


(1) In die Projektklasse werden Schülerinnen und Schüler auf Empfehlung der Klassenkonferenz und mit Zustimmung der Eltern aufgenommen.
(2) Eine Überleitung von der Projektklasse in die Regelklasse erfolgt auf Antrag der Eltern.
(3) Die Klassenkonferenz prüft am Ende der Klassenstufe 7, ob die Leistungen einen Verbleib in der Projektklasse rechtfertigen. Wenn der weitere
erfolgreiche Besuch der Projektklasse gefährdet erscheint und der Besuch der Regelklasse eine bessere Förderung der Schülerin oder des
Schülers erwarten lässt, spricht die Klassenkonferenz eine Empfehlung zur Überleitung in die Regelklasse aus. Die Empfehlung ist nicht bindend.
Die allgemeinen Regelungen zur Versetzung bleiben unberührt."
(4) Die Klassenkonferenz beschließt am Ende der Klassenstufe 8 die Versetzung in die Regelklasse 9 und prüft, ob aufgrund der bisher gezeigten
     Leistungen ein erfolgreicher Besuch der Klassenstufe 10 zu erwarten ist. Liegen die Voraussetzungen einer Versetzung vor und kann eine Empfehlung zum
Überspringen der Klassenstufe 9 nicht ausgesprochen werden, wird der Unterricht der Klassenstufe 9 der Regelklasse besucht."

Man kann aus § 43 Abs. (1) - (4) unschwer erkennen, dass Ihr Kind auch als Teilnehmer/In einer BeGyS-Klasse nicht ohne Optionen ist, sollte es unerwartet
Probleme geben, sei es weil der Familienstatus sich ändert oder andere gravierende Einschnitte vorliegen. Ja es besteht auch für BeGyS-Schüler/Innen die
Möglichkeit, dass die Eltern nach § 44, Abs. (1) ÜSchO eine freiwillige Wiederholung der nächstniedrigeren Klassenstufe unter Angabe der Gründe be-
antragen (bei Entwicklungsstörungen bzw. krankheitsbedingtem Antrag verlangt die Schule ein ärztliches Attest; pubertätsbedingte Unlust mit nachfolgenden Leistungsdefiziten ist kein Anlass, um einen Antrag auf "freiwilliges Zurücktreten" zu stellen).
Wird ein Antrag erwogen, so bitten wir dringend um eine vorausgehende Beratung der Sinnhaftigkeit eines solchen Antrags mit den Klassleiterinnen oder Klass-
leitern sowie den betreffenden Fachkräften, die Ihr Kind unterrichten und im Unterricht live erleben. Dies ist u.E. absolut notwendig, damit Eltern und Schule zum Wohl Ihres Kindes gemeinsam sinnvolle Schullaufbahnentscheidungen treffen.

Wird ein Antrag gestellt, so gilt auch § 44 (3) ÜSchO : "Die Eltern können das Zurücktreten bis zum letzten Unterrichtsstag vor den Osterferien
beantragen. Über den Antrag entscheidet die Klassenkonferenz." In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass ein Zurücktreten aus einer
Klassenstufe, die wiederholt wird, oder in eine Klassenstufe, die wiederholt wurde, nicht möglich ist. (§ 44, Abs.(2) ÜSchO)

Auch kann man nicht davon ausgehen, dass die Klassenkonferenz automatisch das "freiwillige Zurücktreten" gestattet. Die Genehmigung hängt ausschließlich mit den Umständen zusammen, in denen sich Ihr Kind befindet und die letztlich zu Ihrem Antrag führten. Wir am GGG handeln auch hier nach dem Grundsatz, Entscheidungen im Sinne Ihres Kindes zu fällen, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht genehm sind. Daher nochmals die Bitte: Besprechen Sie sich bitte vor der Antragsstellung mit den Fachlehrerinnen und -lehrern am GGG.

Welche konkreten Auswahlkriterien gelten am GGG, um eine BeGyS-Empfehlung zu erhalten?

Entscheidend sind die Leistungen in den Hauptfächern: Hier sollte man am Ende der 6. Klasse keine "befriedigenden" Leistungen haben; sollte dies
in nur einem Fach doch einmal der Fall sein, erörtert die Klassenkonferenz die Gründe hierfür eingehend und votiert dann im Sinne des Kindes. Aber auch
die Leistungen in den sog. Nebenfächern spielen bei der Meinungsbildung schon eine Rolle, da die Leistungen gerade in diesen Fächern auch hinweisen auf
Lernbereitschaft und Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Belastbarkeit und Arbeitshaltung/Zuverlässigkeit. All diese Aspekte wurden auch in der o.a. Begleitstudie untersucht und bei allen BeGyS-Schülerinnen und Schülern festgestellt, wie auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. (ibid., Bd.II, S.127)
Im Sinne der Gleichbehandlung unserer Schüler/Innen haben am GGG allerdings die Noten in den sog. Hauptfächern - Deutsch, Englisch, 2. Fremdsprache,
Mathematik - absolute Priorität, wenn es um BeGyS-Empfehlungen am Ende der 6. Klasse geht. Die seit dem Schuljahr 1997/98, dem ersten Jahr
BeGyS am GGG, äußerst geringe Zahl von 7 Wechslern aus BeGyS in die Regelklasse bei nunmehr 251 BeGyS-Schülerinnen und Schülern - der kommende Jahr-
gang ist selbstverständlich nicht mitgerechnet - ist Beweis genug, dass wir am GGG unsere Auswahl sehr sorgfältig treffen und gewissenhaft beraten. Von den
erwähnten 7 Schülerinnen und Schülern hatten 4 gravierende Veränderungen in ihren Familien zu durchleben, 1 Person plötzlich ein leider inzwischen weit ver-
breitetes Problem, 1 weitere Person ein Akzelerationsproblem, 1 Person das Problem des Sich-Überfordert-Fühlens.
Andererseits sollte es nicht vorkommen, dass Schüler/Innen, denen man in Sonderheit in ihren Hauptfächern, aber auch in ihren sog. Nebenfächern durchweg
"sehr gute" bis "gute" Leistungen attestierte, aus welchen Gründen auch immer, plötzlich derart gravierende Zweifel an ihrer Eignung für BeGyS hegen, dass
sie sich verweigern. Über die Gründe mag sich jede(r) eigene Gedanken machen. Wir bitten darum alle Beteiligten, Eltern und Lehrer/Innen, unseren Schülerinnen und Schülern Mut zu machen, sie zu motivieren, ihnen eher zu sagen, "DU kannst das leisten", anstatt ihre Selbstzweifel zu bestärken, denn: "sehr gute" und "gute" Leistungen können nicht bedeuten, dass man dennoch nicht für BeGyS geeignet ist. Wenn dem so wäre, würden die Noten nicht zutreffen, die sich nicht nur aus Klassenarbeiten und Tests zusammensetzen.

Welche Auswirkungen hat eine Projektklasse auf die Bildung der Regelklassen?

Die Anzahl zu bildender Klassen wird in den Jahrgangsstufen 7,8,10 nicht für die Gesamtschülerzahl im Jahrgang bestimmt, sondern für Projekt- und Regelklas-
senschüler/Innen getrennt.
Beispiel : Gesamtschülerzahl im Jahrgang  :  116
Regelklassenschüler/Innen         :    96  -> zu bildende Klassen : 4 à 24 Schüler/Innen
Projektklassenschüler/Innen      :    20  -> zu bildende Klassen : 1 à 20 Schüler/Innen
Dies bedeutet eine Klasse mehr als ohne Projektklasse, d.h. bei der Lehrerstundenzuweisung wird also von fünf - statt vier - Klassen ausge-
gangen. Folge: die Schule erhält 25,9 Lehrerwochenstunden mehr !!!

Ohne Projektklasse / BeGyS :
Gesamtschülerzahl im Jahrgang :  116
Regelklassenschüler/Innen        :   29 (anstatt der nur 24 mit einer BeGyS-Klasse )

Die Messzahl für die Klassenbildung beträgt in beiden Fällen 30, nur wird die Zahl der BeGyS-Schüler/Innen immer von der Gesamtschülerzahl abgezogen, da für
BeGyS immer extra 25,9 Lehrerwochenstunden zugewiesen werden, um für die Regelklassen ohne Verluststunden wegen BeGyS genügend Stunden zu haben. BeGyS kostet also die Regelklassen keine Minute ! Im Gegenteil: BeGyS beschert den Regelklassen u.a. kleinere Schülerzahlen (bei o.a. Bei-
spiel immerhin 5 Schüler/Innen pro Regelklasse). Wir bedauern daher, dass wir im kommenden Schuljahr - trotz z.T. wirklich hervorragender Schüler/Innen ins-
besondere in einer 6. Klasse - nur 16 BeGyS-Willige gewinnen konnten.

Müssen BeGyS-Schüler/Innen mehr oder anderen Unterrichtsstoff erarbeiten?

Nein, sie erarbeiten den gleichen Stoff wie Regelklassenschüler/Innen, nur in einem um 1 Jahr kürzeren Durchlauf. Die Stoffpläne für BeGyS sind alle der ver-
kürzten Mittelstufe angepasst. Dies bedeutet nicht, dass BeGyS-Schüler/Innen sozusagen von morgens bis abends für die Schulfächer arbeiten müssen. Immer
wieder erreicht uns in Informationsveranstaltungen von BeGyS-Schülerinnen und -schülern die Aussage, "... man bemerkt gar nicht, dass man in BeGyS ist ...".
Dabei darf, wie schon früher erwähnt, nicht vergessen werden, dass auch BeGyS-Schüler/Innen ihre weniger unterrichtsorientierten Phasen des Lebens durchlaufen. Dadurch bauen sich u.U. - wie auch in Regelklassen (s.o.) - "Defizite" auf, die - und dies belegt auch die o.a. Studie - sich ganz normal neutralisieren, wenn man erst einmal in der MSS angekommen ist. (ibid., Bd.II, S.126)

Welche 2.Fremdsprache wird in BeGyS unterrichtet?

In den letzten Jahren wurde die Tendenz zu Französisch überdeutlich. Die Wahl der 2. Fremdsprache orientiert sich offenkundig mehr an der Möglichkeit ihrer praktischen Anwendbarkeit (Urlaub, Städtepartnerschaften mit Frankreich, Studium und späterem Beruf, etc.). Wir bitten Sie in diesem Zusammenhang auf
unseren Artikel 2. Fremdsprache zu wechseln, um weitere Informationen zu erhalten.
Tatsache ist und wird es auf absehbare Zeit wohl auch bleiben, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass in BeGyS auch Latein als 2. Fremdsprache angeboten
werden kann. Selbstverständlich sind wir stets bemüht, eine entsprechende Personalversorgung für Lateinstunden zu erhalten und zu behalten; aber wir kön-
nen dies eigentlich nie garantieren. Daher sollten Sie bereits bei der Anmeldung Ihres Kindes sich grundsätzliche Gedanken zur zweiten Fremdsprache machen
und für wie wahrscheinlich Sie es halten, dass Ihr Kind am Ende der 6. Klasse eine BeGyS-Empfehlung erhalten könnte.

Welche Erfahrungen gibt es mit Blick auf die Abiturergebnisse?

Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich. Immer wieder sind ehemalige BeGyS-Schüler/Innen unter unseren besten Abiturientinnen und Abiturienten. Aber es gibt auch die andere Seite, dass z.B. Schüler/Innen, die der BeGyS-Empfehlung in Klasse 7 nicht folgten und die Regelklasse besuchten, zu unseren besten
Abiturientinnen und Abiturienten zählten, und es gibt auch die Varianten, dass sowohl BeGyS-, als auch Regelklassenschüler/Innen in der MSS weniger gute
schulische Leistungen zeigen. Da dieses Phänomen in beiden Gruppierungen zu finden ist, liegt der Schluss nahe, dass es nichts mit der BeGyS-Teilnahme zu
tun hat, sondern eher mit dem jeweiligen Persönlichkeitsprofil.

Haben BeGyS-Teilnehmer/Innen mehr Unterrichtsstunden?

Nein, sie haben die gleiche Stundentafel wie anderen Jahrgangsklassen.

Unterscheiden sich die Kriterien der Notengebung von denen der Regelklassen?

Nein, die Kriterien lernzielorientierter Bewertung gelten ohne Einschränkung auch für BeGyS-Klassen.

Haben BeGyS-Schüler/Innen weniger Freizeit oder müssen sie Hobbies und Freunde aufgeben?

Nein, keinesfalls! Bisher hat kein BeGyS-Mitglied diese immer wieder gestellte Frage bejaht.

Helfen sich BeGyS-Schülwer/Innen gegenseitig, wenn man einmal etwas nicht versteht?

Auch hier lautete die Antwort bisher immer "ja".

Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Herrn Loeffler.

Wolfgang Loeffler,
Koordinator für BeGyS

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 21. Juni 2011 um 12:26 Uhr